Wenn jemand traurig ist.......

Hans Löw: Peter Rosegger;Text aus: Ein Lebensbild; 1910

In einem weltabgeschiedenen Bergtal der Steiermark, zu Alpl bei Krieglach stand die Wiege des großen Dichters. Man sagt so: die Wiege. Vielleicht ist diese Wiege auch keine Wiege gewesen, sondern ein Backtrog, ein Bäckerkorb oder ein Futterbarren. Ist auch ziemlich gleichgiltig. Es schläft sich in einem dieser Dinger so gut oder so schlecht wie im andern; und der Dichter selbst würde von jedem eine so schöne Geschichte zu erzählen wissen, dass manche alte Krieglacherin, deren jede doch im Vergleich zu den Weibern von Alpl ein Stück Welt gesehen und etwas erfahren hat, die Steiermärkerschürze unter Umständen kaum mehr von den Augen wegbekommen würde, weil es dort so viel abzuwischen gäbe.

Als er groß war, da meinte er, Kinder seien allesamt Poeten, ob er recht gehabt mit dieser Behauptung, ob unrecht, wer will's entscheiden? Bei ihm traf's ohne Zweifel zu. Er sah mit seinen eben erst erschlossenen Guckäuglein wie ein Dichter in die Welt, und lange war's ihm, als lache ihn alles an; und wie er entdeckte, dass auch manches traurig sei auf Erden, zum Weinen traurig, da war ihm doch, es liege auf allem der stille Goldglanz der Poesie und man heimste nur immer Schönheit und Güte und Reichtum ein.

Anzengruber schrieb dem traurigen Rosegger: "Die Zeit heilt die Wunde, lassen Sie es Frühling und wieder Frühling werden..."

Was würden wir heute Rosegger schreiben? Welche Worte finden wir für jemanden, der traurig ist? Schreibt mir bitte eure Gedanken!  Hier klicken!

 

 

 

 

 
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