Waltraud Schlimm
Sternenganz und Lichterschein!
Sternenglanz und Lichterschein,
Plätzchenduft und ein Glas Wein.
Heilige Nacht, im Kerzenschein,
Große Geister werden klein.
Vom Himmel klingt der Engel Schar,
Christ ist geboren, ein Halleluja.
Sie spielen Lieder, mit den Harfen,
Zu den vielen Christenscharen.
Ein Engel geht von Haus zu Haus,
Und bringt dort Gottes Segen aus.
Hass und Missgunst bleiben draußen,
Gottes Macht kommt mit Gebrause.
Überm Haus die Sterne strahlen,
Wir gern von Gottes Liebe prahlen.
Ein Lachen wir dem Nächsten stahlen,
Wir gern dem Nachbarn weiter gaben.
Das Jesuskind bringt uns den Frieden,
Eine Gnadenzeit ist uns beschieden.
Gottes Liebe steht geschrieben,
selbst Könige vorm Kinde knieten.
Jeder wünscht dem Nächsten Gutes,
die Menschen sind voll frohen Mutes.
Die Stube ist voll Tannenduft,
der Herr im hohen Himmel ruft.
Wenn das Fest dann ist, gelungen,
fromme Lieder sind gesungen.
Alles Böse ist bezwungen,
Der nächsten Liebe ist errungen.
Wem gehört die Welt?
Der Schöpfer ist der Herr der Welt,
Ein Staubkorn ist die Erde.
Bei uns, die Geschicke lenkt,
Damit alles Leben werde.
Wir möchten Gotten Kinder sein,
Er schenkte uns das Leben.
Mit seiner Gnade, seiner Weisheit,
Auch gibt uns seinen Segen.
Der Schöpfer uns die Erde gab,
Zur Erhaltung und zum Nutzen,
All` dies müssen wir bewahren,
Die Natur bedarf des Schutzes.
Die Schätze müssen wir verteilen,
Brüderlich und auch gerecht.
Freiheit, Arbeit, eine Bleibe,
Diese Werte sind nicht schlecht.
Alles hier ist nur geliehen,
Nichts ist von Bestand.
Was zählt, sind nur Gefühle,
Das Geld, es ist nur Tand.
Darum hänge nicht am Geld,
Gib dem Nächsten, was ihm fehlt.
Ein Gottesacker ist die Welt,
Respekt, den Mensch erhebt.
Hallo du, hörst du mich?
Hallo du, kannst du mich hören.
Ich will dein Gewissen stören.
Bin der armen Leute Kind,
ich einfach nichts zu essen find.
Warum ich arm bin und du reich,
dazu fehlt mir der Vergleich.
Ich bin in einem Land geboren,
wo eure Waffen uns durchbohren.
Warum nur bin ich ganz allein?
Soll dies der Sinn des Lebens sein?
Ich hab dir nichts getan im Leben,
warum muss ich in Armut leben.
Jetzt kommt die kalte Winterzeit,
dafür bin ich noch nicht bereit.
Ich bin der armen Leute Kind,
vielleicht ich einen Mantel find.
Ich habe Hunger, brauche Geld,
der liebe Gott es dir vergelt.
Darum gib mir Brot und Kleider,
ich bin ein armer Hungerleider.
Schick uns keine Waffen mehr,
ich brauche Bücher und viel mehr.
Wenn wir genug zu essen haben,
können wir uns an Büchern laben.
Petrus nützt mir nichts beim Betteln.
Ich werde einen Putsch anzetteln.
Der Papst mir nichts zu essen gibt,
vom beten ich keine Kleider krieg.
Der Sündenfall!
Unser Staat, aus Blut und Tod geboren,
Millionen Leben, sinnlos sind gestorben.
Durch den Wahnsinn des Tyrannen,
ganz Europa stand in Flammen.
Unser Land versank in Dunkelheit,
die Menschen sind noch nicht bereit.
Schon wieder hetzen braune Horden,
mitunter sie bekommen Orden.
Der Diktator sich der Welt entzog,
die Jugend formt in seinem Sog.
Die Schergen leben unter uns,
noch beschützt von dieser Brut.
Wir müssen uns jetzt alle wehren
sonst wieder alles sie zerstören.
Aus dem Dunkel müssen wir heraus,
sonst ein Diktator kommt mit Graus.
Auf den Weg sich diese Clique macht,
dabei die Freiheit wird verlacht.
Die „Weiße Rose“ starb umsonst,
Berlin sich noch in Frieden sonnt.
Den Menschen bei uns geht es schlecht,
diese Welt, ist nicht gerecht.
Dies alles war schon einmal da,
von Rechts, dort lauert die Gefahr.
Der Opfer sind es nun genug,
wir brauchen wieder neuen Mut.
Ein jeder von uns muss bewahren,
wofür die Väter dereinst starben.
Texte © Copyright Waltraud Schlimm