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"zu viele Tragflächen" Gedichte
"Mit expressionistischen und surrealistischen Elementen zeigt er eine Welt,
die fern ab von Eintönigkeit existiert und den Alltag mit bunten Bildern verzaubert"
© Die Berliner Literaturkritik
Die Zapfsäule
treibend im Meer stelle ich mir
die Welt vor, von unten betrachtet
als ich am Kotflügel gelehnt
in einem kleinen schweizer Vorort
von der Videoüberwachung fokussiert werde
keine Tankstelle in Europa
ohne Benzin und trotzdem erfassen
uns die Wellen abhängig von
Menschen die wir bekämpfen
wir streiten um Ebbe und Flut
bis der Wal strandet
Die Zitrone
Im Radio fallen Türme
und ich drehe die Frucht
sie hat eine lange Reise hinter sich
aus dem Himalayagebirge
durch den Iran bis zum Mittelmeer
Vor Jahrzehnten verehrten wir Einen
er kam aus dem Bergland Hunau
der Angriff der aufgehenden Sonne
wurde zur Grundlage seiner Bibel
wir reihten uns ein,
sinnlos unter tausende nihilistische Gesichter,
weil wir glaubten, an sein Buch, an den Umschwung
an was?
Ich muss beißen und erinnern
wieder ein Überfall
und eine Grundlage für alles
der stechende Geschmack von Säure in meinem Mund
ich sehe schon die Leute mit den Zitronen
Abrasion
tagsüber gegen die Strömung
schwimmen
nachts von den Wellen treiben
lassen
die Lebenslinie immer entlang
der Küste
Texte © Copyright Tobias Sommer
