Myrte Steinbock auf e-stories
Ede Stanislaus
Der Gauner Ede Stanislaus
Schleicht ganz und auch sehr stille,
Um das schöne Villenhaus
Und rückt zurecht die Nasenbrille.
Vor der Türe kniet sich nieder,
Steckt die umgebogne Klammer,
Dreht wieder und dann wieder
- Da hat er das Gejammer!
Die Tür schwingt auf,
Ein dunkler Schlund,
Er blickt herauf,
Der böse Mund.
Edes Frau - Zwei Meter breit,
Steht mit dem Nudelholz bereit.
- Liebling, Weib... - du bist noch wach?!
- Wie soll ich schlafen bei dem Krach?
- Aber Schatz, was redest du?
Ich hör hier nichts als stille Ruh!
- Aber Schatz, ich red von jetzt,
wenn's was mit der Keule setzt!
Ede dreht sich auf den Hacken,
Läuft so fix (bei jedem Zank),
Sein Weib mit Nudelholz im Nacken,
Und er hofft - so wird's noch schlank!
Es wirkt so leicht
Als deine Wimpern langsam sinken,
Deine Hand in meiner Linken,
Du liegst im grünen Grase fahl,
In unserm kleinen Märchental.
Dein Atem weicht,
Der Hauch verweht,
Es wirkt so leicht,
Die Seele geht.
So liegst du tot im Sonnenschein,
So leblos, starr, so kalt,
Lässt mich ab jetzt so ganz allein,
Die Lerche aus dem Baume schallt.
Gedanke für dich
Ich sehe eisig blaue Wellen,
In hoher Größe nur zerschellen.
Werfe meine rote Blüte,
Nur hinterher…ich wüte.
Nur dich wünsch ich herbei zu mir,
Tausendmal rief ich nach dir,
Nur dich wünsch ich an meine Hand,
Das Liebste was ich jemals fand.
Wo bist du hin,
Und ohne mich?
Du sagtest doch,
Ich liebe dich!
Verraten, verlassen,
Das könnte dir so passen.
Mir bleibt nichts übrig,
Nur als dich zu hassen.
Ich werd jetzt gehen,
Nie wieder mich verschwenden.
Nur ab und zu in düstrer Zeit,
Werd ich dir meine Liebe senden.
Nebelhorn
Der Becher reicht von Hand zu Hand,
Der Nebel düst'rer Wogen,
In diesem lauten lauten Land,
Von stummer Schwärze logen.
Das rote Gift zum Rand gefüllt,
Todessehnsucht bis zum Schlag,
In tiefes Schweigen sie gehüllt,
Der Krug zu flug am Boden lag.
Mann um Mann zu Boden sinkt,
keiner mit dem Leben ringt.
Sie haben es dergleich gewollt,
Ließen sich das Leben rauben,
Haben gold'nes Blut gezollt,
Auf der Brust die weißen Tauben.
Hoffnung auf Errettung,
Sucht nach Edengarten,
Zur allerletzten Bettung,
Ließ sie nicht mehr warten.
So starben denn die Ritter im purpurnen Gewand,
Mit den Tauben auf der Brust,
Dem Schwert in der Hand.
Süße Träume
Süße Träume,
Meeresschäume,
Gold'nes Licht,
Auf Wasser bricht.
Bunte Schuppen,
Durch die Wellen,
Inselkuppen
Nie zerschellen.
Blondes Haar,
Tropfen schillernd,
Beine rar,
Vögel trillernd.
Treibender Wassersaal,
Der Maiden Haut so fahl,
Flossen unter blauer Flut,
Wo Tritons Dreizack leise ruht.
Texte © Copyright Myrte Steinbock