Karl Reiter

"Lebenslinien" so heißt das Buch von Karl Reiter in Eigenregie erstellt. Sein Motto lautet: Leben und Leben lassen.

Wia ma`s nimmb !

Ausgrutscht, hergfolln, Haxn brochn,
Spitol kemm, Gips kriag für 6 Wochn,
orndli wehtoun, han völli greart,
na, a so a Kronkheit is nix wert.
Hatscht umanonda mit zwoa Kruckn,
konnst di net gscheit niedahuckn,
sullst net ins Gosthaus auf a Bier,
da Chef hot a koa Freid mit dir,
wos`d aunfognst, olles is bewschwerli,
as Stiagngehn is völli gfährli
und jeda frog di : Jessas nau,
wos host`n mit dein Haxn daun?
Ondraseits is zum bedenkn,
s`hilft nix, tat`st di a drum kränkn,
an gscheiterst is, du sogst dir holt:
des wor die höhere Gewolt!
Wer woaß, für wos daß guat is gwesn,
hiaz host leicht Zeit zan Büacha lesn,
derfst gmiatli wo in Schottn sitzn,
konnst zuaschaun, wia die oundern schwitzn,
wanns draußn regnt wia aus `n Foß,
du brauchst net außi, wirst net noß,
und so beweist si`s kirzngrod
daß a jeds Ding zwoa Seitn hot.

Wer sagt mir....

Wer sagt mir, was ist das Leben,
wer sagt mir, was ist der Sinn,
wer sagt mir, woher ich komme
und wo geh’ ich einmal hin ?

Wozu ist das Leben nütze,
warum gibt es Krieg und Leid,
warum muß ich heute leben
und zu keiner and’ren Zeit ?

Darf ich hoffen, muß ich bangen,
bin ich auf der rechten Spur ?
stehen Freunde mir zur Seite
oder meine ich das nur ?

Viele Ängste, viele Zweifel
prägen unsern Lebenslauf,
und dazu noch Hast und Hektik
fressen langsam jeden auf.

Dabei wär’ es doch so einfach,
hätte jeder nur das Ziel :
Zehn Gebote gilt’s zu halten !
Ist das wirklich schon zuviel ?

Pech g’hobt !

Is amol des Wetta guat
foahr Ih mit’n Auto furt,
Summa, Winter, gonz egal,
Autofoahrn geht ollawal.
Nimm Ih her  a saubers G’wand,
wal ih bin gern fesch banond,
g’schneuzt und kamplt, Steirerhuat ,
Spiagl gschaut : Ih gfoll ma guat!

Auto steht a scho parat,
Schlüssl eini, umadraht,
mocht a bissl „auauaun“
und scho spring da Kreibl aun.
Kupplung tretn, erster Gong,
des Motorl hot an Klong,
Zweite, Dritte, in oan Saus,
wusch, vorbei ban Nochbarhaus!

Summerszeitn, koa Problem,
Kurvn konnst mit 80 leicht nemm,
in Winter oba, liaba Mounn,
scheißt di bei dem Tempo aun.
Foahrst in’d Kurvn, mei o mei,
Auto wüll net umageihn,
nur da Birnbam fogt di oh,
na, für wos waar der sist do !

Glos in Scherbn, Blech vabogn,
Radio hot do net glog’n
Wia’ra gsog hot in da Friah :
Eisig waar’s, owa scho wia !
Sandlwogn is no nix gfohr’n
wal die Gmeindi, de muaß sporn!
Und vom Gonzn die Moral :
In Winter is holt oft recht hal !

Die oldi Mühl
 
Bama, Gstauda, olls vawochsn,
siachst bold nix mehr vo da Mühl,
steht alloan in Grobn hintn,
wer’s net woaß, konns gor net finden,
d’Radl stengan long scho stüll.

Bei da Schluachtn fahln die Brettl,
rinnt as Wossa nebn davaun,
in die Fensta koane Scheibn,
tuat einiregn’ und einischneibn,
nimmb koa Mensch si mehr drum aun.

Spinnawebn in olli Eckn
und die Tür gor net vaspirrt,
huscht a Mäuserl über d’Stiagn,
wird koa Körndl Troad do kriagn,
hot si long scho neambb mehr hervairrt.

S’Bacherl hört ma no stüll rauschn,
braucht koa Radl neamma treibn,
rinnt furt aussi nochn Grobn
so wia’s kimmb vo d’Olma drobn,
wüll net rostn und vableibn.

So wia s’Bacherl gmiatli furtrinnt
varinnt a inser Lebn schean stüll,
drum nutz die Zeit, die Dir is gebn,
moch wos gscheits aus Deinem Leben,
sonst geahts da wia da oltn Mühl.

S’ Roasn

Da Oane fohrt mit’n Auto weit.
Da Ondre hot beim Fliagn sei Freid,
No Oana, der hot net vül Göld,
fohrt mit’n Radl um d’halbe Wölt !
Der mocht a Kreuzfohrt übers Meer,
da Oa kimmb mit’n Zug daher
und zletzt no Oana, der hatscht z’Fuaß
und tuat am Jakobsweg sei Buaß !

Des Roasn is net jedm gebm,
so mancher bleibt sei ganzes Leben
in sein kloan Dörfl, in sein Haus,
I selber holtert des  net aus !
Bei mir, do muaß si holt wos rührn,
des umaloahnan tat mi stiern!
So hon i denkt ols junga Mounn,
hon z’sammpockt, bin auf und davoun.

Bin richti a die holbe Wölt
okemm as wia as schlechti Göld,
heut San Franzisko, morgn in Wien,
in  London , Rom und in  Berlin,
hon üba ondre oft no g’locht,
wal mir hot s’Roasn gornix g’mocht !

Wor  in Winterszeit in Ankara,
an Haufn Schnee, des Essn rar,
und saukolt, minus 15 Grad,
von die Berg da kolti Wind hot gwaht,
a poor Tog drauf wor’s donn gonz fein,
hon i in  Israel müaßn sein !

Mir san in Negev außigfohrn,
den Schwitz treibts da  aus olli Poren
bei 35 Grad , do rinnst scha o -
und i wor jo zwegn da Orbat do !

Heit leb i obn auf meiner Olm,
sovül konnst Du mir gor net zohln
dass i nomol - wia in de Johrn –
in da Wölt möcht umanondafohrn
mit Auto, Flugzeug , kreuz und quer,
i bleib dahoam und hob koa Gscher,
do moch i donn mei Haustür zua
und gfreu mi, wal donn hon i Ruah !
Und is mei Leben dann oanmol aus
und i muaß furt do von mein Haus,
I hon koa Ongst,wos sull a sein ?
gib mi holt  in mein Schicksol drein,
i hon mei Lebtog drauf vatraut
dass da Herrgott ollwal auf mi schaut !

 

Texte © Copyright Karl Reiter

 

 
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