Hildegard Paulussen
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Geboren 1944 in Bonn und lebt bis heute dort. Sie war als Botschaftsangestellte und später bis Eintritt in den Ruhestand im Vorzimmerdienst einer obersten Bundesbehörde tätig. Sie schreibt Kurzgeschichten, Aphorismen sowie überwiegend Lyrik, die ihr sehr viel bedeutet.
Seit 2008 nimmt sie an Schreibwettbewerben teil und tritt mit ihrer Lyrik auf Literaturbühnen auf. Ein Gedichtband ist in Bearbeitung. Mitglied in der Autorinnenvereinigung.eu
Ohnmacht
Ein Schrei durchbricht die Stille
der Nacht
lässt Träumende hochschnellen
aus ihren Betten
und Schlaflose aus ihrer Gedankenwelt
herausreißen
Wo kam er her, der Schrei der Angst
des Grauens, des Schmerzens
der unser Herz erstarren ließ?
Liegenbleiben, Nachschauen, Handeln
oder doch Abwarten?
Mensch, was ist aus Dir geworden
Erkennst Du den Wert eines Menschenlebens
nicht mehr?
Du könntest schon der Nächste sein
der gedemütigt und ganz allein
bald in der Gosse endet
Du armes tatenloses Geschöpf
Veränderung
Schleifsteine gehören zum Leben
verlieren sich aber oft in Bedeutungslosigkeit
Der Mensch will so bleiben wie er ist
mit Ecken und Kanten
Nur zu große werfen ihre Schatten voraus
Ohne Abschleifen zum Außenseiter gebrandmarkt
und von seinem Umfeld nicht angenommen -
ER, der „Auserwählte“
Das Unverstandensein sucht er
in der Denkweise der Anderen, der Nichtskönner,
der Neider, der Primitiven
Armselig seine Betrachtungsweise und Ansinnen
Beugen und Gradlinigkeit - ein Fremdwort
Das Leben mit seinen täglichen Überraschungen
wird auch ihm Sonderaufgaben stellen
Helfende Hände - in Taschen vergraben
mitfühlende Worte - nicht ausgesprochen
lassen Angst und Panik aufkommen
Ein selbst gewähltes Niemandsland
Der Schleifstein ohne Gebrauchsspuren schwer auffindbar
Ohne ihn keine Bewältigung der Probleme
Nur ein Weiterleben in Bescheidenheit, Reue und Einsamkeit
Jeder Mensch sollte sich dem Leben mit geöffnetem Herzen in seiner
Ichbezogenheit stellen und aus einem ICH ein WIR werden lassen
Zueinanderstehen
Zusammenhalt ein Wort der Hoffnung
in einer Zeit der Irrungen
leicht ausgesprochen
schwer ausführbar
und doch so tröstlich
Aus einem ICH ein WIR
erwachsen lassen
und gemeinsam wieder Ernten einfahren
die wir bereits verloren glaubten
Wieder dastehen wie eine Mauer
wo sich Stein auf Stein ineinanderfügt
und nicht beim ersten Mauerschlag
auseinanderfällt
Wir, die doch unter dem gemeinsamen Dach
der Tradition, Kultur und Religion
unsere Heimat gefunden haben
wollen die Werte der inneren Verbundenheit
wieder aufleben lassen
ohne Verletzung und Missachtung
der Außenstehenden
Texte © Copyright Hildegard Paulussen