Fred Feiner , Heimatdichter Steiermark

Ich liebe Humor - doch liebe ich auch, wenn beim Lachen ein Auge trocken bleibt... 

Der Nerventee

„Ih suach meine Neventee
sölber!“ sogt die Desiree.
„Sou wia s´ woxn, olle Sortn,
hul ih s´ ma aus Föld und Gortn.

Do a Blattl, durt a Blüah –
irgend wos kimmt immer vür!
Ändert sih dann die Saison,
find ih andre Kräitln oun.
Ah im Winter find ih Fleckn,
wou schein greane Kräutln steckn!“

„Mein Gott!“ sogt drauf die Frau Maier,
„und ih kauf de Tee sau teier!
Kiloweis kauf ih die Sochn,
wenn s´ im Fernsehn Werbung mochn!
Jede Sendung schau ih aon,
ob ih nit wos brauchn kaonn.

G´holfn hots ma nou an Schmorrn!
Schlechter san die Nervn wordn!
Do san sie, Frau Desiree,
besser dran mit ihre Tee.
Hätt ih nou die oane Frog:
Wia oft trinken s´ Tee am Tog?“

„Jo, Frau Maier, lousn s´ her,
wenn ih ihnen dos erklär:
Wär a Irrtum, ganz a großer!
Trinkn tua ih Leitungswosser!

Meine Kräitln frisch ih ein,
- san jo ouft recht bunt und schein -,
wenn s´ dann dürr san, muaß ih s´ werfn.
...Suachn geihn! Dos taugt die Nervn!“

Die bessere Hilf´

Wer ´s Kräitl gegn dei Krankheit kennt,
der wird dir liaber sein,
ols der, der nur dei Krankheit nennt,
auf Deutsch und auf Latein!
                                     
                                                                                                                   
Gedankn zu ana Goldenen                                                                               

Wia jeder woaß, in fuchzig Joahr,
do kimmt sou ziemlich olles vor:
Die Stundn de vül z´ schnöll verfliagn.
Die Toge, de sih furchtbor ziagn.

Die Wochn, wou fost gor nix stimmt,
die Monat wou ma´s leichter nimmt
und Jahrln, de im Flug verrinnen...
In fuchzig Joahrn is olles drinnen!

Do is wuhl zwischn Berg und Tol,
da Wanderweg oft ziemlich schmol
und immer öfters muaß ma hörn:
„Ih geh alloan!“ und: „Hob mih gern!“

Die Guldenen werdn immer rarer!
Is heut dos Ehelebm wuhl schwaarer,
wal immer mehr dos Handtuach werfn,
bevor s´ die Guld´ne feiern derfn?

Und hobm dann Zwoa, mit Liab und Kroft,
akrat die Guldene geschofft,
is dos a Grund zan Jubiliern
und herzlichst ah zan Gratuliern!

Ah wird ma sicher hoffn derfn,
dass de dos Handtuach neamma werfn…?  

Sou wünschn olle Gratulantn,
es gibt in zehn Joahrn Diamantn!
Dann Eisn, Stoana, Kronjuwöln...
die Gsundheit derf holt ah nit föhln!

Und drum va olle nou die Bitt:
„Liaber Herrgott, spül ah mit!“


Owa woahr is´s!

„G´schnappig, wenn dei Hunderl is,
du, mit dem host nix wia Gschiss!
Owa nou bei weiten schlimmer,
is a g´schnappigs Frauenzimmer!“

Texte © Copyright Fred Feiner

 
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