Zu Beginn des Jahres 2009 erschien ihr erster Gedichteband, mit eigenen Illustrationen, denn malen ist eines ihrer Hobby`s. Bücher flößen meinem Leben einen Sinneshauch ein - so ein Motto der Autorin.
Armer Poet
Ich sitze sinnend hier
vor einem Blatt Papier
s`ist leer so wie mein Kopf
bin doch ein armer Tropf
wollt schreiben ein Gedicht
die Muse küsst mich nicht
ich bin total blockiert
kein Wort das Blatt nun ziert
da nützt auch keine Klag
wart bis zum nächsten Tag
auf einen Musenkuss
den wörtlichen Erguss
dies ist des Dichters Los
sitzt da Gedankenbloß
find` Verse nicht mal vier
bleibt leer das Blatt Papier.
Sphärenbilder
Ein Vogeltanz am Firmament
die Luft wird dünn, wie Pergament
Bewegungsarmut sinkt herein
ins Weichbild kollern Mücken ein
ziehn im Blickfeld eine Schneise
Wolken pinseln dunkle Kreise
seh sie Sphärenbilder malen
und umschatten Sonnenstrahlen
Windspiel fängt sich in den Zweigen
Ähren sich zur Erde neigen
lausch dem Grollen, seh ein Blitzen
wähne nunmehr Himmelsschwitzen
wo geballte Urgewalt
am Hoch-Gewölbe zischt und knallt
rasch entlädt sich ein Gewitter
auch die Wolken weinen bitter
Tränen jäh zur Erde stürzen
sammeln sich zu Straßenpfützen
Waldessäumig, ganz verschwommen
schau ich Sonnenflimmern kommen
bahnt gleich sich zaghaft einen Weg
in Wolkenfeldern, wie ein Steg
besiegelt des Gewitters Lauf
sowie das Regennass zu Hauf'
bald erstrahlt ein Regenbogen
als Nebelschleier hochgezogen
umarmt im Farbenbunt die Welt
Romantik, in die Seelen fällt
Leben(s)Leiter
Als Kind beginnt das Leben heiter
geleitet von der Eltern Hände
erklimmst getrost du jede Leiter
selbst Missgeschick nimmt gute Wende
im Jugendalter gilt das Lernen
zum Klettern brauch es schon Geschick
du möchtest greifen zu den Sternen
jedoch winkt hierbei nicht nur Glück
oft sprunghaft - wird die Sicht genommen
du musst vor Brückenköpfen steh`n
dir fiebert ein Hinüberkommen
den Horizont durchgängig seh`n
hast manche Sprosse du bezwungen
und äugst von oben nun herunter
so scheint dir allerlei gelungen
wiewohl - das Leben zeigt sich munter
in jeder Leiter nisten Tücken
musst achtsam sein, dass sie nicht fällt
kannst Übelstände zudem flicken
die sich bisweilen eingestellt
wirst ausgereifter du im Leben
liegt Augenmerk auf der Gewähr
vereinzelt birgt die Leiter Streben
entlastet ein Besteigen sehr
verbreiten sich in dir Gedanken
sie trägt dich nunmehr, ankert fest
verliert sie sich in starkem Wanken
du fällst aus dem gefeiten Nest
erneut war sie dir nicht gewogen
hielt dich nicht im Vorhandensein
hast Abschürfungen dir zugezogen
ersinnst sodann: Wär ich noch klein!
Die kleine Maus
Draußen, da ist Frühlingsluft
die nach Abenteuern ruft
darum will die kleine Maus
raus aus ihrem Mäuschenhaus
zaghaft, blickt sie sich erst um
denn, sie ist ja gar nicht dumm
lauert eine Katze dort
kann sie aus dem Haus nicht fort
doch hurra - die Luft ist rein
dies ist aber wirklich fein
flink huscht sie nun übers Feld
weil ihr das sehr gut gefällt
munter dreht sie sich im Kreis
als bekäm sie einen Preis
für den wundervollen Tanz
danach putzt sie Kopf und Schwanz
ihre Äuglein schimmern zart
wie ein Knöpflein so apart:
Ach, welch schöner Tag ist heute
sie war keine Katzenbeute
Verfolgt
Lag noch im Bett, Träumeumhüllt
bis ein Geräusch den Raum erfüllt
den Ohren nähert sich Gebrumm
spür Schwirren ums Gesicht herum
ich erheb mich aus dem Kissen
und, was hab ich sehen müssen
beim ersten Sonnenstrahlensiege
eine gemeine - Stubenfliege
steh auf, und zieh mir an - die Puschen
und begebe mich zum Duschen
dachte, dass sie jetzt entschwindet
doch, sie an mir Gefallen findet
verfolgt mich bis zum Frühstückstisch
fliegt zielbewusst, und, wie magnetisch
zum Marmeladenglase hin
nach naschen, steht ihr wohl der Sinn
umflügelt meine Kaffeetasse
grade, als ich sie umfasse
ich nehm die Zeitung schnell zur Hand
wedel mit ihr, und sie verstand
fliegt weg, schnell aus dem Fenster raus
ich bin sie los, muss aus dem Haus
zur Arbeit, und was seh ich - toll
erwartet werd ich sehnsuchtsvoll
an meinem Auto, sitzt sich schon
und kennt wahrhaftig kein Pardon
denn als ich in das Auto steige
klebt sie schon an der Windschutzscheibe
ich werd sie einfach gar nicht los
kämpfe mit ihr erbarmungslos
jedoch, sie lässt sich nicht erweichen
will sich nicht, von dannen schleichen
entnervt, gebe ich letztlich auf
nehme ihr Sitzfleisch nun in Kauf
weil, dem Gedanken ich erliege
sie ist ja nur - ne Eintagsfliege
Texte © Copyright Edeltrud Wisser