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An der Schwelle
Ein schwarzer Vogel flügelschlagend
lässt sich vor meinem Fenster nieder
ist wirklich schon des Lebens Abend
kehrt niemals mehr die Sonne wieder?
Wird er mich in den Schatten führen
durch alle Dunkelheit der Nacht
wird dort das Böse mich berühren
das schrill in meinen Ängsten lacht?
Wird an der Schwelle jemand stehen
der meinen Weg ins Licht bewacht,
mit mir durch tiefe Schatten gehen
nur auf mein Seelenheil bedacht?
Ein schwarzer Vogel flügelschlagend
verlässt besiegt den Raum des Lichts
ich hör die Totenglocke klagen
alles wird hell, ich fall ins Nichts.
Der Goldfisch
In einem Goldfischglas am Tisch
schwimmt rundenweise heut ein Fisch
Der Nachbar bracht das Tier zur Hege
damit im Urlaub ich es pflege.
Ich glaub, der Fisch möcht mir was sagen
ach, könnt ich ihn nur danach fragen
vielleicht vermisst er seinen Herrn?
mit Sicherheit - den hat er gern!
Vielleicht sehnt er sich nach Natur
und möcht sein Wasser lieber pur?
Will er im Teich mit Fröschen spielen
und selbst nach seiner Nahrung wühlen?
Er macht das Mäulchen auf und zu
so ähnlich wie im Stall die Kuh.
Ein Buch werd ich heut kaufen gehen
ich will den Fisch nicht leiden sehen
Mir fällt‘s wie Schuppen aus den Haaren
bei Google könnt ich mehr erfahren
da steht es doch: „Fisch atmet ein“
so einfach kann die Lösung sein.
Im Goldfischglas auf meinem Tisch
schwimmt rundenweise heut ein Fisch,
ich schließ die Tür behutsam zu
ein kleiner Fisch braucht seine Ruh
Wenn Engel weinen
Meine schneeweißen Flügel sind grau geworden
gewebt ist mein Kleid aus Tausenden Sorgen
bestickt mit den Tränen voll Kummer und Leid
Steh auf, lieber Mensch, es wird langsam Zeit.
Spürst du nicht meinen Schatten, du trauriges Kind
und den Druck meiner Hand im stürmischen Wind?
Denk doch an mich, hab Vertrauen zu mir
was mir fehlt, lieber Mensch,
ist der Glaube von dir.
Texte © Copyright Christine Holzinger