In diesem Jahr veröffentlicht er seinen ersten Roman „Nur ein Brief.“ Er hat an verschiedenen Anthologien teilgenommen. 2006 gründete er das internationale Literaturforum „Garten der Poesie“ und betreut mittlerweile im Internet weltweit über hundert Autorinnen/Autoren.
Anti-Kriegs-Gedicht
Verbrannte Erde
Das Feuer ist erloschen
alles ist verbrannt
mit meinem letzten Groschen
verlaß`ich dieses Land.
Anstatt der Mutter Erde
leg`Asche ich ins Glas
hier wächst so alt ich werde
nimmermehr das Gras.
Verbrannt sind auch die Träume
aus meiner Jugendzeit
ich seh`nie mehr die Bäume
in ihrem bunten Kleid.
Wohin das Auge schaut
ist alles öd`und leer
nichts wird wieder aufgebaut
es gibt ja wohl kein Leben mehr.
Verdorrt sind alle Wälder
oh armselig`Getier
es lagen einst die Felder
so satt und prächtig hier.
Nirgendwo ein Zeichen
das mich noch halten könnt`
ich werd`dem Boden weichen
weil er doch wieder brennt.
Die Heimat ist verloren
in Feuer,Schweiß und Blut
hier wurd`ich einst geboren
wie weh`der Abschied tut.
Doch werd`ich nicht verzagen
der Heimatliebe treu zur Ehr`
werd`ich im Herzen tragen
vergessen nimmermehr.
Es täte uns gut, die Natur in ihrer Schönheit intensiver zu beobachten.
Der Tautropfen
Ich musste mir heute Zeit etwas borgen,
um einmal am taufrischen Morgen,
die Tropfen an Blätter und Halmen zu sehen,
an denen wir sonst achtlos vorübergehen.
Diesmal bin ich sehr früh schon vor Ort,
und sehe die glitzernde Nässe sofort.
Es leuchtet von fern die Fläche im Gras,
der Wind ist kalt, der Boden ist nass.
Ich beuge mich tiefer in das Gras hinein,
und spüre Feuchtigkeit am Bein.
Mein Finger sich sacht durch das Grüne drängt,
zu einem Tropfen, der zitternd am Halme hängt.
Ich gebe dem Tropfen einen Stoß,
er füllt sich mit Wasser und wird dadurch groß.
Er ist so prächtig vollgefüllt,
von einer zarten Haut umhüllt.
Ich möchte sehen, wie er fällt,
flugs am Boden nass zerschellt.
Ich sehe ihn schwer am Halme wanken,
ein neuer Stoß bringt ihn ins Schwanken.
Und eh ich es so richtig sah,
er plötzlich schon am Boden war.
Er platzte nicht wie ich gedacht,
er hat sich etwas breitgemacht.
Auf einem umgeknickten Blatt,
er still nun seine Ruhe hat.
Doch wäre ich nicht Mensch genug
um mit dem allerletzten Zug,
ihn gänzlich nun zerstört zu sehen.
So musste es nun weitergehen.
Meine Finger sind zerkratzt,
der Tropfen war nun doch zerplatzt.
Und ich sah der Tropfen viele,
glitzernd hell im Wechselspiele.
Was ich glaubte wohl zu sehen,
kann ich einfach nicht verstehen.
Es ist als trübte sich mein Blick,
die Tropfen waren matt und dick.
So will - so muss ich wohl erwähnen,
ich sah ein großes Meer von Tränen.
Es sind stumme Zeugen der Weltgeschichte. Wenn sie reden könnten, wären die Menschen an Erfahrung reicher.
Der Stein
Dieser Stein in meiner Hand,
wo ist er hergekommen?
Er ist gewandert durch das Land.
Ich hab ihn mitgenommen.
So glänzend schön, so klein, so fein,
fand ich ihn auf dem Weg ins Feld.
Ich hob ihn auf, nun ist er mein,
er ist ein Stückchen dieser Welt.
Wie lange schon, wer mag es wissen,
lag dieser Stein an diesem Ort.
Die Erde war sein Ruhekissen.
Wind und Sturm trug ihn nicht fort.
Es haben Menschen und Maschinen,
da brauchen wir nicht lang' zu fragen,
unaufhaltsam wie Lawinen,
diesen Stein durchs Land getragen.
Was er wohl zu erzählen wüst`?
Ich würde es gern erfahren.
Weil das dann die Erkenntnis ist,
die ich brauch in meinen Jahren.
Ein Liebesgedicht! Warum nicht? Etwas Romantik täte uns allen wieder gut!
Ein Stern für dich
Ich liebe dich, ich hab`dich gern,
das leuchtet dir mein Abendstern,
der so hell am Firmament,
wie ein Höllenfeuer brennt.
Du siehst ihn selbst weit aus der Ferne,
er ist der hellste aller Sterne.
Siehst du ihn, so denke dir,
erzählen wird er dir von mir.
Er ist ein Mittler zwischen uns,
und versteht geschickt die Kunst,
unsere Herzen zu erfassen,
um die Gefühle freizulassen.
Lass ewig leuchten Stern dein Schein,
ich will nie mehr alleine sein,
und willst du einstmals doch ermatten,
so lass mir wenigstens dein Schatten.
Sie war eine gute Freundin, eine französische Straßenmalerin, die in jungen Jahren starb. Sie bleibt mir unvergessen!
Die Straßenmalerin
Sitzt du des Nachts auf einer Bank,
dann siehst du sie vorübergehen.
Gerade an deiner Bank entlang,
kannst du kurz ihr Antlitz sehen.
Ihr langes Haar hebt sich im Wind,
frieren muss sie, es ist kalt.
Wie ein Wiesel läuft geschwind,
das Mädchen durch den dunklen Wald.
Sie schaut dich auf der Bank nicht an,
sie schenkt dir keinen einzigen Blick.
Dein Auge hängt noch hintendran,
da bleibt das Dunkel nur zurück.
Schaue nur genauer hin,
das ist die Straßenmalerin.
Sie liebt das Dunkel einer Nacht,
früh morgens dort hindurch zu gehen.
Sie kann mit voller Farbenpracht,
ganz früh auf ihrer Straße stehen..
Denn sie hat sich losgesagt,
von gesellschaftlicher Pflicht.
Sie geht durchs Leben unverzagt,
und hört die vielen Störer nicht.
Eilt der Tag mit Licht herbei,
sitzt sie in Straßen und in Gassen,
Um beim ersten Hahnenschrei,
zu warten auf die Menschenmassen.
Schaue nur genauer hin,
Das ist die Straßenmalerin.
Dann malt sie in Farbenpracht,
ihre Seele in den Raum.
Was sie kunstvoll dargebracht,
entstand zuvor in ihrem Traum.
Ein alter Blechtopf steht daneben,
er füllt sich rasch mit kleinem Geld.
Ein bisschen mehr zum Weiterleben,
ein Tag länger auf der Welt.
In ihren Augen bricht das Licht,
die Schöpfung gibt ihr einen Kuss.
Sie sieht die vielen Menschen nicht,
Weil sie schneller malen muss.
Schaue nur genauer hin
Das ist die Straßenmalerin.
Hat sie ihr Werk zu end gebracht,
ergreift sie hastig noch ihr Geld,
und verschwindet in der Nacht,
die sie fest umschlungen hält.
Sie hustet stark, kein Arzt ist nah,
kein Mensch reicht ihr die Hände.
Niemand ist so wirklich da,
der hilfreich bei ihr stände.
Du möchtest sie gern wiedersehen,
Des Nachts auf deiner Bank?
Doch niemand wird vorübergehen,
an deiner Bank entlang.
Du wirst sie irgendwann beklagen,
So wie sie lebte, starb sie auch.
Man hat sie kürzlich erst begraben,
Unter einen Brombeerstrauch.
Schaue nicht mehr weiter hin,
Es war die Straßenmalerin.
Texte © Copyright Bernd Rosarius