Andrea Nierer
Mei Dahoam !
Wenn der Wind im Sommer die Berge sanft berührt
und im Bach das Wasser so kalt ist dass man friert.
Wenn auf satten Wiesen das Vieh noch grasen kann,
im Herbst der Eiswind zieht durch unser Tal.
Wenn am Sonntag Menschen noch zur Kirche gehen,
sich später am Stammtisch alte Geschichten erzählen.
Wenn die Frauen noch spinnen die Schafwolle ganz fein,
dann möchte ich nirgends anders mehr zu Hause sein .
Auch wenn der Schnee im Winter manchmal Mannshoch liegt ,
die Gfrier die Felder oft erst im Mai wieder hergibt.
So bin ich doch sehr stolz drauf das ich hier " Leben " kann ,
in unserem "Dorf Kapellen " im Mürzer Oberland.
Der Herrgottswinkel
In jeden Haus was fehlen tät
wenn`s nicht den Herrgottswinkel geb .
Ein winziges Platzerl braucht man dafür,
auch ganz egal ob neben der Tür
in der Stubn am Bauerenhof,
oder im eleganten Glaspalast.
Der Herrgott ist überall gerne zu Gast,
nur manchmal ist er sehr betrübt ,
wanns überhaupt ka Zeit mehr gibt,
dass man sich zu erm her setzt und seine
Sorgen mit ihm beredt.
Oft ist`s der Stress , der was die Leut
immer mehr aus die Häuser treibt.
Und so mancher hat vergessen ,
wie guat ma in der Stubn is gsessen.
Wie bitter ma erm augschaut hod,
in guaten und in schlechten Tog .
Er is no derselbe bliebn , in seinem
Herrgottswinkel drinn
nur wir , wir sollten ob und an
mit unsern Herz zum Hergott schaun !
Texte © Copyright Andrea Nierer